Valle de Fango - Wanderung mit Hindernissen
Wir ergattern noch einen Platz auf dem bereits sehr gut gefüllten Parkplatz und laufen zielstrebig hinter einer Gruppe Österreicherinnen her, die zielstrebig in die falsche Richtung laufen. Zum Glück bemerken die Mädels ihren Irrtum ziemlich bald und so gehen wir wenig später gemeinsam auf der Teerstraße zurück zum Ausgangspunkt. Gemeinsam finden wir auch den richtigen Startpunkt der Wanderung. Der Weg ist extrem schmal und überwuchert und wir haben ständig irgendetwas von der üppigen Vegetation im Gesicht. Der malerische Bach, den dem der Weg entlangläuft, ist maximal in Hörweite, aber fast nie zu sehen.
Wir sind auf dem richtigen Weg
Ich wollte eigentlich ohnehin von dem zweiten Ausgangspunkt starten und das machen wir dann schließlich auch. Der offizielle Parkplatz ist ziemlich weit entfernt, aber bis zum 14. Juni darf man auch neben der Straße parken. Wir überqueren eine kleine Brücke und finden auch den Wanderweg ziemlich schnell. Der Weg ist etwas breiter als der erste und mit Felsen übersät. Abgesehen von einer kleinen Kletterpassage sind keine nennenswerten Höhenunterschiede zu bewältigen und wir kommen ganz gut voran. Irgendwann kommt auch der Fluss in Sicht, an dem einige Leute sichtlich Spaß haben. Einer springt gerade ins Wasser, während seine Begleiterin und ein Hund am Ufer bei 24° C die Sonne genießen.
Wir gehen tapfer weiter und begegnen auch wieder den Österreicherinnen, die ihr anfängliches Verlaufen gelassen nehmen. Eine stellt ganz lapidar fest, dass man in Österreich auch nicht alles auf Anhieb findet, weil die Wegmarkierungen von Freiwilligen gemacht werden und scheinbar immer weniger Leute dazu bereit sind.
Pflanzen und Tiere bieten willkommene Fotostopps
Aber wir kommen mittlerweile ganz gut klar und freuen uns auch über die bunte Blütenpracht und einige Eidechsen, die immer gute Fotomotive und einen willkommenen Grund für einen kleine Pause abgeben. Deshalb erreichen wir auch die angeblich spektakulärste Stelle erst nach 40 Minuten und nicht nach 30 Minuten, die der Wanderführer angibt. Aber die Zeitangaben in Wanderführer sind öfter ziemlich sportlich und die Sehenswürdigkeiten sind in Natura auch öfter nicht so spektakulär wie angepriesen, wenn beispielsweise eine große Kiesbank das Gesamtbild trübt. Wenn dann auch noch die üppige Vegetation das Fotografieren erschwert, kann das schon ein wenig auf die Stimmung drücken.
Außerdem verläuft der Weg fast die ganze Zeit in der Sonne und es ist auch fast windstill und uns wird es langsam zu warm. Und so drehen wir um und gehen wieder zurück. Uns kommen immer mehr Wanderer entgegen und wir sind ganz froh, als wir nach 1:15 Stunden den Wanderweg verlassen. Die gesamte Wanderung würde ca. 2,5 Stunden dauern.
Wo ist unser Auto?
Am Ende der Wanderung gibt es noch eine kurze Diskussion über den Standort unseres Autos. Obwohl Manfred allgemein einen deutlich besseren Orientierungssinn hat als ich, weiß diesmal ich, wo es lang geht. Ich lasse mich auch nicht von den Einwänden und alternativen Streckenvorschlägen meines Lebens- und Wanderpartners beeinträchtigen und laufe zielstrebig über die kleine Brücke, über die wir auch hergekommen sind und – voilá – genau gegenüber steht unser Mietwagen.
Spektakuläre Ausblicke bei der Rückfahrt
Die Rückfahrt vom Valle de Fango bietet deutlich spektakulärere Ausblicke als die Wanderung. Im Fluss neben der Straße kommen immer wieder rosarote Felsen in Sicht, die wir natürlich unbedingt fotografieren wollen. Natürlich kann man an den besonders interessanten Stellen wieder nicht stehen bleiben. Also laufe ca. 200 Meter zurück und prompt steht da ein Auto mit eingeschalteter Warnblinkanlage und ich muss warten, bis der Fahrer mit dem Fotografieren fertig ist.
Mittagspause mit Schmetterling
Anschließend gönnen wir uns in einer gut besuchten Bar ein kleines Eis und eine Cola bzw. einen Eistee für 20 Euro. Mehr brauchen wir gerade nicht, obwohl es bereits Mittag ist und die leckeren Speisen der anderen hungrigen Gäste wirklich verlockend duften. Aber wir sind beide so fertig wie nach einer mehrstündigen Tour, obwohl wir nur gut die Hälfte der 2,5-Stunden-Tour zurückgelegt haben. Aber es war einfach alles ein wenig nervig und Korsika stresst uns allgemein ziemlich. Umso mehr freuen wir uns über einen Schmetterling, der sich auf unserem Tisch niederlässt und uns für kurze Zeit Gesellschaft leistet und auch die anderen Gäste an unserem Tisch erfreut.
Auf das Navi ist nicht immer Verlass
Leider währt die Freude über das nette Tiererlebnis nur kurz. Auf der Rückfahrt nach Calvi zeigt der Wegweiser nach links, laut Navi sollen wir aber rechts abbiegen. Wir folgen dem Schild und fahren Richtung Küste. Dieser Weg dauert laut Navi 20 Minuten länger als die vorgeschlagene Route. Die Straße wird immer enger und kurvenreicher und so drehen wir bei der ersten Gelegenheit um und fahren auf demselben Weg zurück, auf dem wir am Vormittag hergefahren sind und sind froh, als wir gegen 15:15 Uhr wieder in Calvi ankommen.