Vergebliche Suche nach den Cascades de Aitone bei Evisa
Die nette Dame an der Rezeption unseres Hotels in Porto hat uns einen Ausflug zu den Cascades de Aitone bei Evisa geraten, die zu den schönsten Wasserfällen auf Korsika gehören. Trotz der Aussichten auf eine nette Wanderung ist am 25.05.2025 die Stimmung am Morgen etwas gedrückt. Obwohl unser Frühstück mit Baguette, korsischem Käse und Schoko-Croissants relativ übersichtlich ist, heben wir die Croissants für später auf. Mir ist der korsische Käse ohnehin etwas zu würzig und ich muss ständig an Asterix und Obelix auf Korsika denken, genau gesagt an die Stelle, an der das Schiff explodiert und dann jemand fragt: „War das ein korsischer Käse?“ Mit Humor fällt eben alles leichter 😊
Humor brauchen wir auch auf der extrem schmalen und kurvenreichen Straße nach Evisa, die als landschaftlich besonders reizvoll gilt. Deshalb ist auch entsprechend viel los und es sind viel mehr Radfahrer als Autos unterwegs. Erschwerend kommt hinzu, dass Manfred die Sonne zu schaffen macht, durch die die Fahrt teilweise zum Blindflug wird.
Ein Autowrack am Straßenrand erinnert mich an die vielen Wracks, die bei meinen ersten Reisen Anfang der 1990er Jahre vor allem an den Steilküsten zum Straßenbild gehörten.
Von Tieren lassen wir uns gerne ausbremsen
Für schöne Momente sorgen einige frei laufende Hausschweine und Kühe auf und neben der Straße. Von Tieren lassen wir uns immer gerne ausbremsen, der ungeduldige Einheimische hinter uns scheinbar nicht. Sein vehementes Hupen scheint die Ziegen auf der Straße weniger zu stören als uns. Aber irgendwann können wir den genervten Autofahrer vorbeilassen und haben wieder weitgehend freie Fahrt, abgesehen von den bereits erwähnten Radfahrern, die immer mal wieder den Weg blockieren.
Wir können nirgends zum Fotografieren stehen bleiben
Kurz vor Evisa würden wir gerne stehen bleiben und in Ruhe ein paar Fotos machen. Aber leider ist der Aussichtspunkt ist von einer Gruppe Biker belagert und wir können nicht mehr rausfahren. Aber der Punkt ist sowieso auf der anderen Straßenseite und vielleicht klappt es auf dem Rückweg. Nachdem auch in Evisa selbst alles zugeparkt ist, fahren wir durch den Ort nur durch.
Zwischendurch kommen einige Felsformationen in Sicht, die uns an die Drei Zinnen in Südtirol erinnern. Aber leider können wir wieder nirgends stehenbleiben und an den Stellen, an denen man rausfahren kann, sieht man die Berge nicht mehr.
Wir finden die Wasserfälle nicht
Bei den Cascades de Aitone gibt es natürlich einen Parkplatz direkt neben der Straße. Es ist nur fraglich, ob das der ist, auf dem wir gerade unser Auto abgestellt haben. Ein junger Franzose fragt, ob wir hier ortskundig sind. Er und seine Partnerin vermuten, dass wir hier falsch sind, weil er das Ziel nicht in Google findet. Zum Glück spricht er sehr gut Deutsch und so kann sich auch Manfred am Gespräch beteiligen, ohne dass ich dauernd übersetzen muss.
Das „Saltu“ auf einem der Wegweiser könnte vielleicht das korsische Wort für Wasserfall sein könnte. Aber sicher bin ich mir natürlich nicht. Die Entfernung von 4 km könnte auch passen für eine einstündige Wanderung. Unseren Gesprächspartner kann ich mit meinen Vermutungen nicht überzeugen. Er meint, dass wir zu weit oben sind und sie wieder runterfahren wollen. Wir haben am Nachmittag noch einiges vor und deshalb keine Zeit für größere Suchaktionen oder falsche Wanderwege.
Blick auf Evisa
Mittlerweile sind auch viel mehr Autos unterwegs als am Morgen und der Verkehr wird allgemein immer dichter. Immerhin finden wir am Ortsrand von Evisa einen Parkplatz neben der Straße und ich kann einige Fotos von dem schön gelegenen Bergdorf machen. In Zentrum von Evisa kommt dann gerade ein Reisebus an und die Passagiere laufen munter über die Straße. Es gibt auch noch einen weiteren Engpass, aber wir kommen ganz gut durch. Ich mache noch ein paar Fotos, aber auf einen längeren Aufenthalt haben wir beide keine Lust mehr und mein Magen rebelliert natürlich auch schon wieder.
Tiererlebnis sorgt für nette Abwechslung
Wie so oft rettet sorgt wieder ein kleines Tiererlebnis für eine nette Abwechslung. Erfreulicherweise steht die Wildziege sogar an einer Stelle, an der wir stehen bleiben können. Das Tief läuft ein Stück an bzw. auf der Mauer, bevor es in die darunterliegende dichte Vegetation flüchtet.
Und natürlich freuen wir uns auch auf dieser Fahrt über die bunte
Blumenpracht am Wegrand, die einer der Gründe war, warum wir im Mai nach
Korsika gekommen sind.
Aber das absolute Highlight des Tages steht erst am Nachmittag an. Wir sind
schon ziemlich aufgeregt. Wir haben beide nicht besonders viel Hunger haben und essen nur die Reste
vom Frühstück und eine Banane, die wir uns teilen. Das ist nicht nur bei meinem
gestressten Magen sinnvoll, sondern auch für Manfred.