Bastia – Das
schlechte Wetter passt zum Stadtbild
Nachdem wir die erste kurvenreiche Fahrt auf Korsika hinter uns haben, bin ich am 20.05.2025 deutlich entspannter als am Vortag. Dass wir trotz Übelkeit am Morgen zum Cap Corse gefahren sind, war in Anbetracht der trüben Wetteraussichten die richtige Entscheidung. Es war bereits am Abend stark bewölkt und noch windiger als sonst und am Morgen präsentiert sich der Himmel abgesehen von einem buchstäblichen Silberstreif am Horizont in einem dichten Wolkenmeer aus tiefen Grautönen.
Wir nehmen den angekündigten Wettersturz ziemlich gelassen, weil wir am dritten Tag unserer Reise außer ein paar Fotos von Bastia ohnehin nicht viel vorhaben. Und da bietet das schlechte Wetter den perfekten Hintergrund für das allgemeine Stadtbild. Die Paradeaufnahme des Hafens mit interessantem Kontrastprogramm aus Kirche, Bars und Restaurants und baufällig wirkenden Wohnhäusern konnten wir nach unserer Ankunft bei strahlendem Sonnenschein fotografieren. Nun können wir jede Menge Schlechtwetteraufnahmen machen, die irgendwie sehr gut zum allgemein düsteren Stadtbild der Hafenstadt passen. Die engen Gassen mit den vielen Treppen und verschmierten Hauswänden, die wir auf dem Weg vom bzw. zum Hotel erklimmen müssen, wirken auch bei Sonne nicht besonders hell und einladend.
Kirche Saint Jean-Baptiste
Der kulturelle Höhepunkt unseres Aufenthalts ist der Besuch der Kirche Saint Jean-Baptiste aus dem 17. Jahrhundert, die zu den Wahrzeichen der Stadt gehört.
Flucht vor Regen in Brasserie
Als wir das Gotteshaus verlassen, stellen wir fest, dass es bereits tröpfelt. Aber nachdem es am Hafen zahlreichen Cafés gibt, setzen wir unsere Fotosafari unbekümmert fort. Ca. 10 Minuten später können wir uns vor einem kurzen, aber heftigen Schauer in eine Brasserie retten, in der wir zur Mittagszeit auch nur einen Kaffee und ein Tiramisu (Manfred) und einen Obstsalat (ich) bestellen können. Ich frage vorsichtshalber vorher nach, ob das OK ist, nachdem uns die freundliche Bedienung die durchaus exquisite Speisekarte erklärt hat. Aber als wir ankommen, sind noch kaum Gäste da. Das ändert sich schlagartig, als es richtig zu regnen anfängt und der Wind noch deutlich auffrischt. Aber es sind immer noch ein paar Plätze frei und außer uns genießen alle ein Mittagsmenü aus Fisch oder Muscheln plus Dessert für 21, 50 Euro pro Person. So viel zahlen wir auch für zwei Desserts und zwei Kaffee. Die obligatorische Flasche Leitungswasser bekommen wir gratis dazu und es stört auch niemanden, dass wir die in aller Ruhe austrinken. Die anderen Gäste haben es scheinbar deutlich eiliger als wir und so sind bald wieder mehrere Tische frei. Wir nehmen also niemandem einen Platz weg.Bei Gewitter und in Rekordzeit zurück ins Hotel
Nach unserer ausgedehnten Siesta machen wir noch ein paar Fotos vom schlechten Wetter über den Hügeln um Bastia und dem historischen Schiff, das im Hafen vor Anker liegt. Eigentlich hätten wir noch gerne weiter fotografiert, aber es fängt schon wieder zu tröpfeln an und in der Ferne ist auch Donner zu hören. Also treten wir gegen 14 Uhr den Rückweg in unser 15 Gehminuten entferntes Hotel an, auf dem zahlreiche Treppen und ein gewisser Höhenunterschied zu überwinden sind, den wir heute so schnell bewältigen wie nie zuvor. Es fängt bereits nach kurzer Zeit richtig zu regnen an und das Gewitter rückt auch hörbar näher. Als wir am oberen Ende der letzten Treppe angekommen sind, rumst es schon gewaltig und der erste Blitz zuckt vor uns auf. Wir schaffen es gerade noch ins Hotel, bevor der obligatorische Wolkenbruch los geht, in den sich kurz darauf auch leichter Hagel mischt.
Wir nehmen das Gewitter gelassen
Vom sicheren Hotelzimmer aus können wir die Naturgewalten ziemlich entspannt beobachten. Wenig später kommt sogar zum ersten Mal an diesem Tag die Sonne durch die dichten Wolken – und das bei strömendem Regen, der nach einer halben Stunde aufhört und dann wieder anfängt. Das tut dem fröhlichen Treiben der lärmenden Schülerschar keinen Abbruch, die wir immer wieder vernehmen, weil unser Hotel in Hörweite einer Schule liegt, in der der Unterricht offensichtlich bis 17 Uhr dauert. Aber das nehmen wir genauso gelassen wie den prasselnden Regen. Wie gesagt hatten wir ohnehin nicht besonders viel vor und für die kommenden Tage sind die Wetteraussichten auch wieder deutlich besser. Zum Glück haben wir mit drei Wochen genug Zeit eingeplant, so dass wir den einen oder anderen Regentag aussitzen können. Und mit zwei Laptops, schnellem Internet, den ersten Fotos und Texten für den nächsten Reisebericht wird es auch nicht langweilig.